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Elektrosicherheit/Elektrische Bahnen+Anlagen

Willkommen!

Prof. Dr.-Ing. habil. Siegfried Altmann

Tätigkeitsbericht 1956 - 2006

Einführung

1. Sicherheits- und Unfallforschung

Mit den Arbeiten auf dem Gebiet der Sicherheits- und Unfallforschung (kurz: Elektrosicherheit) habe ich mit meiner Tätigkeitsaufnahme 1972 als Begründer und Leiter der Forschungsgruppe ”Elektrosicherheit” im damaligen Zentralinstitut für Arbeitsschutz (ZIAS) der DDR, der heutigen Außenstelle der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, in Dresden begonnen.

Auf der Grundlage vorliegender Unfallstatistiken und einer von mir angefertigten Studie über zu lösende Schwerpunktprobleme auf dem Gebiete der Elektrosicherheit (Forschungsbericht F3 - 14/73) entstanden zunächst die Publikationen mit den Titeln:

- Schwerpunktaufgaben auf dem Gebiet der Elektrosicherheit
Informationen für Arbeitsschutz und Arbeitshygiene des ZIAS Dresden (10. Jahrgang),
Heft 3/1974, Seite 87-89

- Internationale Entwicklungstendenzen auf dem Gebiet der Elektrosicherheit
Der Elektropraktiker 28 (1974), Heft 5, Seite 148-151

Diese Arbeiten wurden dann mit der Aufnahme meiner Tätigkeit als Hochschullehrer an der TH Leipzig im Jahre 1976 fortgesetzt und eingeleitet mit einem in der Fachzeitschrift ELEKTRIE 31 (1977), Heft 9, Seite 451-457 veröffentlichten Interview über

“Schwerpunktaufgaben auf dem Gebiete der Elektrosicherheit und
 zum Problem der Sicherheitsbewertung elektrotechnischer Anlagen”

Als langfristige Aufgaben zur Senkung der ”Elektrounfälle” wurden dabei
u. a. genannt:

  • Schaffung einer Systematik der sicherheitstechnischen Mittel und Prinziplösungen
  • Schaffung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen für  die  Sicherheitsbewertung elektrotechnischer Anlagen und Geräte
  • Unfallursachenforschung sowie
  • Entwicklung spezieller sicherheitstechnischer Mittel und Prinziplösungen einschließlich problemangepaßter Meßmethoden und -mittel

In Zuordnung zu dem Schwerpunktproblem der Schaffung der mathematisch- naturwissenschaftlichen Grundlagen für die Sicherheitsbewertung elektrotechnischer Anlagen sind die folgenden drei Aufgaben als Schwerpunkte des Komplexes der starkstromtechnischen Anlagen zu bearbeiten:

    1. Es sind die wissenschaftlich fundierten Parameter für die Bewertung der Sicherheit elektrotechnischer Anlagen auf der Grundlage der Wahrscheinlich- keitsrechnung zu ermitteln.

    2. Es sind einheitliche Richtlinien für die Sicherheitsnachweisführung bei der Projektierung, Montage und Instandhaltung elektrotechnischer Anlagen auf der Grundlage konkreter Beispiele zu erarbeiten.

    3. Es sind Untersuchungen im Hinblick auf die Sicherheitstechnik im Haushalt und in ausgewählten Bereichen der Wirtschaft, wie im Transportwesen, in der Land- wirtschaft, im Bergbau oder auch in Kernkraftwerken vorzunehmen. Dabei sind bei diesen Betrachtungen sowohl die mathematischen Grundlagen der Sicherheitsbewertung als auch die Prinzipien und Methoden der Unfallursachenforschung als wesentliche Seiten anzusehen.

In Zuordnung zu dem Schwerpunktproblem der Unfallursachenforschung sind insbesondere die folgenden drei Aufgaben als Schwerpunkte des Komplexes der starkstromtechnischen Anlagen zu bearbeiten.

    1. Unfallursachenforschung in starkstromtechnischen Anlagen. Dabei kommt besonders der statistischen Seite und dem Erfassungsalgorithmus selbst eine große Bedeutung zu. Neben der absoluten Erfassung der Unfallschwerpunkte muss es das Hauptanliegen der Untersuchung sein, einen Überblick über die Unfälle durch Elektrizität und ihre Verteilung auf die Anlagen zu erhalten.

    2. Die Ermittlung und Bewertung der Wirksamkeit und Zuverlässigkeit bekannter Schutzmaßnahmen in starkstromtechnischen Anlagen wird eine wesentliche Grundlage für den richtigen Einsatz der künftigen finanziellen Aufwendungen für die Gewährleistung der Sicherheit in starkstromtechnischen Anlagen sein. Untersuchungen in dieser Richtung werden das Grundanliegen der Gesamt- betrachtungen auf dem Gebiet der Elektrosicherheit nach optimalem Mitteleinsatz bei höchst möglicher Sicherheit besonders zum Ausdruck bringen.

Unter Bezug auf das Schwerpunktproblem der Entwicklung spezieller sicherheits- technischer Mittel und Prinziplösungen (einschließlich problemangepaßter Meßmethoden und -mittel) sind für die starkstrom- technischen Anlagen alle Initiativen informatorisch zusammenzufassen und entsprechend zu fördern.

Die Möglichkeiten der Entwicklung spezieller sicherheitstechnischer Mittel für Kranführer sowie für Werktätige in der Landwirtschaft sind zu prüfen und einzuschätzen.

Über erzielte Zwischenergebnisse der Realisierung und Umsetzung wichtiger genannter Teilaufgaben wurde auf wissenschaftlichen Tagungen berichtet. Die Ergebnisse eigener wissenschaftlicher Arbeiten wurden in Form von Fachaufsätzen in Fach- und Hochschulzeitschriften publiziert . Die Publikationen, die ausschließlich der Unfallforschung gewidmet sind, liegen in gebundener Form vor.
.

Die Erarbeitung aller eignen Beiträge erfolgte während meiner Tätigkeit

  • als Leiter der Forschungsgruppe ”Elektrosicherheit” im ZIAS der DDR von 1972 - 1976,
     
  • als Leiter des Fachunterausschusses (FUA)
    “Arbeits- und Brandschutz elektrotechnischer Anlagen”
    der Kammer der Technik (KDT) der DDR von 1972 - 1976
     
  • als Hochschuldozent von 1976 - 1979 und o. Professor an der
    TH Leipzig von 1979 - 1992,
     
  • als Professor für Grundlagen und Theoretische Elektrotechnik an
    der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig ( HTWK) von 1992 - 2001,
     
  • als Mitglied des Ausschusses ”Sicherheits- und Unfallforschung des VDE” in Frankfurt/Main seit 1991 und als Vorsitzender von 1994 - 2002
     
  • als Wissenschaftlicher Direktor des Forschungs- und Transferzentrums e. V. an der HTWK Leipzig von 1997 - 2001

 

Das Gesamtforschungsprogramm vermittelt das nachstehende Bild.

Tabelle  Forschungsgebiete zweifarbig

Forschungskooperationspartner:

A. Ausländische Hochschulen
   - TU Kiew (Ukraine)
   - TH Wroclaw und TH Poznan (Polen)
   - TH Budapest (Ungarn)

B. Industriepartner
   - Institut für Prüffeld- und Hochleistungstechnik (IPH)
     Berlin
   - TAKRAF Leipzig

2. Elektrische Bahnen und Anlagen

 

Die in fünf Teilen zusammengefassten Publikationen auf dem Gebiet der Elektrischen Bahnen und Anlagen (EB) sind entstanden während meiner Tätigkeit als Montage- und Projektierungsingenieur im damaligen Starkstromanlagenbau Halle/Saale -Fachbereich Fahr- und Fernleitungsbau
(1956-1960) und meiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberassistent am Institut für Elektrische Bahnen an der damaligen Hochschule für Verkehrswesen ”Friedrich List" Dresden (HfV) (1960-1972).

Während meiner Tätigkeit im Starkstromanlagenbau Halle war ich als Montageingenieur tätig bei der Elektrifizierung des Hauptbahnhofes Leipzig und der angrenzenden Strecken bis Dessau-Rosslau-Meinsdorf, Magdeburg und Probstzella. Als Projektierungsingenieur wurden von mir die Strecken einschließlich der jeweiligen Bahnhöfe

  • Leipzig-Altenburg,
  • Leipzig Rötha/Espenhain,
  • Leipzig- Neukieritzsch/Böhlen,
  • Leipzig Lobstädt-Borna
  • Fahrleitungsanlage für die Versuchsstrecke im
     Reichsbahnausbesserungswerk Dessau-Süd
  • sowie die externen Bahnhöfe
     Leipzig/Leutzsch, Lützschena und Wahren

projektiert.

Bei der Fahrleitungsmontage wurden folgende Rationalisierungsmaßnahmen von mir eingeführt:

  • Vorfertigung der Rohrschwenkausleger-
    Rechnerische und grafische Ermittlung der Fertigungsmontage
  • Vorfertigung der Quertragwerke
    Bestimmung der Fertigungsmaße (Grafische Ermittlung)
  • Vorfertigung der Kettenwerkshänger -
    Rechnerische Ermittlung der Fertigungsmaße
  • Vorfertigung der Schalterquerleitungen -
    Rechnerische Ermittlung der Fertigungsmaße
  • Bestimmung der Fertigungsmaße für alle Befestigungsteile (das Messen der Mastbreite in Befestigungshöhe am bereits aufgestellten Mast konnte entfallen)
  • Erarbeitung eines umfangreichen Festpreiskataloges gemeinsam mit BBC Halle/Saale.

Als Arbeitsergebnisse während meiner Tätigkeit an der HfV in Dresden sind neben der Lehrtätigkeit im 9.Semester (Berechnung und Projektierung von Fahrleitungsanlagen elektrischer Bahnen) im wesentlichen zu nennen:

1. Entwurf von Fristenplänen für die periodische Instandhaltung von Fahr
leitungsanlagen und Verfahren zur Reinigung verschmutzter Isolatoren
unter Spannung

2. Schaffung von Berechnungsgrundlagen für Ketten- und Verbundfahrleitungen mit dem Schwerpunkt Absenkungen für den Brückenbereich

3. Einsatz eines Digitalrechners (Minsk 22 mit FELALOL) bei der Berechnung
von Fahrleitungsanlagen aller Systeme

4. Projektierung und Montage einer Fahrleitungsversuchsstrecke für 200 km/h
im Auftrag des LEW Hennigsdorf (Lokomotivbau), gebaut im Braunkohlen-
tagebaugebiet Nochten/Lausitz

5. Fahrleitungen im Tunnel und Brückenbereich

6. Konzipierung einer Systemwechselanlage für den Bahnübergang
Frankfurt/Oder-Rzepin (Polen)

7. Entwurf, Projektierung und Bauleitung von 3 Fahrleitungsmodellanlagen,
gebaut von der Berliner Modellbaufirma Stephan. Das Strecken- und das
Bahnhofsmodell sind zur Zeit an der TU Dresden untergebracht und das der
Sonderkonstruktionen im Verkehrsmuseum Dresden.

8. Das Verhalten von Stromabnehmer und Fahrleitungsnetz im Nahverkehrsnetz

Ergebnis dieser Arbeiten sind u. a. auch meine Diplomarbeit, Dissertation A
(Dr.-Ing.) und Dissertation B (Dr. sc. techn. u. Habilitation).

Aufgrund meiner Ablehnung, eine Tätigkeit als Mitarbeiter im damaligen Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen der DDR aufzunehmen, empfahl mir die Hochschule (HfV), diese zu verlassen, da auch hier nunmehr keine Perspektive möglich sei.
Im Ergebnis einer Stellensuche in der Sächsischen Zeitung nahm ich ein Angebot von dem damaligen Zentralinstitut für Arbeitsschutz Dresden (heute Außenstelle der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Dortmund) an und widmete mich von 1972-1976 der Sicherheits- und Unfallforschung (Elektrosicherheit).
Die Fortsetzung erfolgte dann auch während meiner Tätigkeit als Hochschullehrer an der TH und HTWK Leipzig (1976-2001).
Ergebnisse darüber können dieser Homepage entnommen werden.

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